# Nr. 4 – Komm – nimm mich!

Der große Zeiger der Uhr wandert auf zwölf. Es ist acht Uhr. Ich habe ein Date. Vier Stockwerke trennen mich von ihr. Ich steige hinab. Nun stehe ich vor ihr, fahre mir lasziv mit meiner rechten Hand durch meinen Lockenberg auf dem Kopf!

Die Türe steht offen. Ich gehe hinein und betrachte sie! Mustere sie! Bin nervös, kritisch, was mich erwarten wird. Ich weiß, jetzt gibt´s kein zurück mehr. Ich sehe und merke, wie ich sie anmache. Es läuft alles. Wie geschmiert. Ich entkleide mich. Langsam. Der kritische Blick meinerseits haftet noch immer an ihr. Will ich wirklich? Jetzt? Ich merke, dass sie heiß wird, ziemlich heiß sogar. Heiß ist immer gut, denke ich noch! Doch trotzdem verunsichert mich diese Situation. Wie in Trance fällt meine Unterwäsche.

Nackt, entblößt stehe ich vor ihr. Scham? Nein, den Gedanken verscheuche ich aus meinem Kopf. Nicht jetzt, nein, das gehört nicht hier her. Ich bin nur noch ein kleines Stück, einen kurzen Moment von ihr entfernt. Ich setze einen Fuß vor den anderen. Erst rechts, links, dann wieder rechts. Langsam schlurfe ich über den Vorleger. Blau ist er. Hebe mein Bein an, steige hinein, zögere kurz – was passiert. Sie ergreift mich, als hätte sie schon stundenlang nur auf mich gewartet. Ihre Hitze und Wollust geht auf meinen Körper über, vereinnahmt mich. Umschließt mich, das Gefühl, dass sie mich jetzt nicht mehr los lässt, überkommt mich. Ich beschließe mit dem Gedankenkarussell aufzuhören, mich zu entspannen, meinen Kopf frei zu haben, locker zu bleiben, entspannt eben. Mich von komischen Gängen meines Hirns zu lösen! Die angeheizte Atmosphäre geht auf mich über, es überkommt mich. Ich gebe mich ihr hin. Lass mich fallen. Winde mich unter ihr. Und plötzlich – ist der Spaß vorbei. Kaltes Wasser klatscht mir ins Gesicht und das Shampoo ist noch nicht raus aus den Haaren. Lebensgeister werden überbewertet und fünf Minuten Duschen für einen Euro ist definitiv unmenschlich. Hektisch dreh ich den Hahn ab, steige aus der Duschwanne und schlurfe wieder zurück in den vierten Stock meiner Studentenbude.

Ein Gedanke zu „# Nr. 4 – Komm – nimm mich!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.